Immergrün

17. bis 18. März 2019

Der geneigte Leser hat sicherlich schon festgestellt: Wir sind mit der Aktualisierung hier etwas in Verzug 🙂 Möge man es uns nachsehen, wir waren immer lange unterwegs…

Unser Abwarten hat sich scheinbar gelohnt, ganz gutes Wetter und es geht los über den Haast-Pass an die Westküste. Nach der schönen Kargheit im zentralen Süden freuen wir uns nun auf das satte Grün der Westlands.

Da wir die Strecke ja schon Probe gefahren sind, haben wir uns nach dem letzten Cappuccino in unserem Stamm-Café entspannt auf den Weg gemacht. Das Wetter fing wie erwartet an, etwas zuzuziehen, aber die Landschaftsstimmung war großartig. Auf dem Höhepunkt des Haast-Passes selbst gibt es einen schönen Wanderweg hoch zum Haast-Lookout, den wir heute gegangen sind. Nach einer guten Dreiviertelstunde relativ steilem Anstieg wurden wir mit einer fantastischen Aussicht belohnt.

Wieder unten angekommen hatten wir etwas Hunger, sind noch ein Stück weitergefahren und haben dann Pause mit Knoblauch-Zucchini-Nudeln gemacht. Und schon kam wieder das erste blaue Wolkenloch, das sein Gefolge ankündigte 🙂

Also sind wir bei abwechslungsreichem Wetter weitergefahren und waren dann am späten Nachmittag an der Westküste mit Sonne – Plan aufgegangen. Was wir aber nur ungenügend beachtet hatten, war, dass die Strecke dann schnell wieder – und doch ein längeres Stück als gedacht – landeinwärts durch den küstennahen Regenwald führte.

Mmmh. Wetter wieder geht so und die Landschaft fing an doch etwas monoton zu wirken – besonders bei dem Grau des Himmels. 2007, als wir in dieser Gegend unseren Gletscher-Heli-Flug gemacht hatten, konnten wir auf der Strecke dorthin schon die Alpen sehen. Solch ein Glück hatten wir heute leider nicht, wirklich sehr schade. Und was wir überhaupt nicht mehr auf dem Schirm hatten, war die Verlassenheit des wirklich dünn besiedelten Gebietes mit gleicher Landschaft und immer nur grüne Weite… Immerhin gab es ein kleines Fenster, durch das wir etwas in die Berge sehen konnten.

Nach einer kleinen Essenspause in Fox Glacier, einem der “Heli-Zentren”, haben wir ein gutes Stückchen weiter aber einen tollen Freedom-Platz gefunden, direkt an einem mystisch-magischen kleinen Waldtrail, welchen wir vor der Dämmerung noch gegangen sind – WOW! Diesmal war es das Grün von innen, dass uns die gute Laune zurückgebracht hat, welche uns das äußere Grün schon etwas getrübt hat.

Aufgewacht, Kaffee getrunken und diesen kleinen Weg bei aufkommendem Sonnenschein noch mal gegangen. Ein paar Knipsis später und aufgeladen mit neuer Energie, ging es zurück auf die Straße, Richtung Hokitika – das Jade-Verarbeitungszentrum auf der Südinsel. Lydia ging schlendern, Stephan hatte Glück und konnte den Sensor seiner Kamera reinigen lassen, der inzwischen ein paar hartnäckigere Fleckchen abbekommen hatte.

Sonderbarerweise war Hokitika, dass wir viel geschäftiger in Erinnerung hatten, ein sehr nettes Städtchen. Es gab auch relativ wenig andere Touristen, also hatten wir Lust etwas zu bleiben. Ausgeruht und satt ging es nun die Küste weiter rauf nach Greymouth, wo wir an einem „Hafen-Einfahrts- und Lookout-Punkt“ unseren perfekten Freedom-Platz gefunden haben. Dieser war in der kleinen Helfer-App “Camper-Mate”, die wir auch immer mit in unsere Suche einbeziehen, als “Geschlossen wegen Bauarbeiten” ausgeschrieben. Wir sind aber aufgrund eines Kommentars eines Nutzers doch hingefahren und das war eine sehr gute Entscheidung 🙂

Ein riesiger, ebener Parkplatz, frei für Selbstversorger-Campervans, keine Arbeiten, keine Einschränkung und wir hatten ihn für uns ganz alleine. Wir standen neben einer kleinen Anhebung, die uns vor Wind und Wetter schützte, 20 Meter vom Strand. 700 Meter weiter auf der anderen Seite der Hafenzufahrt konnten wir den Alternativplatz mit über 20 Womos sehen 🙂

Nach einem derbe-kitschigen Sonnenuntergang und etwas Inbeachzieren haben wir dann den herrlichen Tag glücklich beendet.

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